Encyclopedia of Shinto Kokugakuin University
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Einführung Kapitel 8 : Schulen, Gruppen und Persönlichkeiten
Dieses Kapitel behandelt die "Strömungen," "Schulen" und "Sekten" sowie die wichtigsten Persönlichkeiten des Shintō. Obwohl der Shintō eine natürlich entstandene ethnische Religion ist, kam er doch mit Institutionen des Staates in Verbindung und entwickelte ebenfalls eine tiefgehende Beziehung zur Volksreligion. Seit der Kamakura-Zeit (ca. 1192-1333) entstanden allmählich geistige Shintō-Strömungen und Shintō-Schulen. Es sollte angemerkt werden, dass die Begriffe der shintōistischen "Schulen," "Strömungen" und "Lehrrichtungen" nicht genau definiert sind. Für gewöhnlich werden diese Begriffe dazu verwendet, auf Denktraditionen hinzuweisen, die gefördert und vermittelt wurden von Exponenten des Shinto, nämlich Geschlechtern von Schreinpriestern (shake) und nativistischen Gelehrten (siehe kokugaku) und bisweilen auch buddhistischen Priestern.. Ferner sah die Neuzeit das Erscheinen eines in religiösen Gruppen organisierten Shintō, wie durch die Begriffe "Sekten-Shintō" (kyōha shintō) und "Shintō-beeinflusste Neureligionen" (shintō kei shinshūkyō) ausgedrückt wird. Solche mit dem Shintō verbundenen Gruppierungen sind für gewöhnlich durch die Existenz eines eindeutigen Gründers oder Urhebers charakterisiert.
       Es wird vermutet, dass die Entstehung von Shintō-Gruppierungen und Schulen in starkem Masse durch den Buddhismus angeregt wurde. Ein ausschlaggebender Faktor für die Entwicklung shintōistischer Lehren war, dass Buddhisten eine grosse Anzahl von Theorien entwickelten, die die Beziehung zwischen den buddhistischen Lehren und den einheimischen kami-Kulten thematisierte. Der Ise Shintō wird in der Regel als früheste shintōistische Schule aufgeführt, aber die Entstehung dieser Schule war von der vorhergehenden buddhistischen Theorie des Ryōbu Shintō, der die Einheit des kosmischen Buddha Dainichi (Vairocana) mit der shintōistischen Gottheit Amaterasu postulierte, abhängig. Die Entstehung der shintōistischen Gruppierungen und Schulen geschah vorwiegend während des Mittelalters und in der Neuzeit. Allgemein betrachtet, ist es bedeutsam, dass diese Gruppen im Laufe der Zeit sich immer weiter vom Buddhismus emanzipierten. Ein Merkmal der frühen Neuzeit ist der grosse Einfluss des Konfuzianismus auf diese Gruppen, deren Verbreitung sehr unterschiedlich war Während manche nur einer kleinen Anzahl von Personen bekannt waren, wie etwa im Falle des Ōgimachi Shintō and des Jūhachi Shintō, erlangten andere Strömungen wie der Restaurations-Shintō (fukko shintō) der frühen Neuzeit eine breite Akzeptanz und entwickelten sich von rein intellektuellen Bewegungen zu Praxis-orientierten Bewegungen. Im Vergleich zum Mittelalter verbreiteten sich in der Neuzeit verschiedene shintōistische Gruppen und Schulen im Allgemeinen schneller. Obwohl dies auch eine Reaktion der Menschen auf den Inhalt dieser Lehren und Theorien widerspiegelt, ist es doch grösstenteils das Ergebnis eines tiefergehenden Wandels, durch den die religiösen Ansichten dieser Gruppen der gesamten Gesellschaft zugänglich wurden.
       Es gibt viele Aspekte des Aufkommens des Sekten-Shintō, die vor dem Hintergrund größerer gesellschaftlicher Veränderungen verstanden werden müssen. Die nativistische Bewegung der frühen Neuzeit und der Yoshida Shintō können als Übergangsformen auf dem Weg zum Sekten-Shintō verstanden werden, aber die Entstehung des modernen Nationalstaates und einer neuzeitlichen Gesellschaft trieb die Diversifikation des Shintō voran. Ein bemerkenswertes Merkmal dieser Zeit ist das Erscheinen missionierender Shintō-Gruppen. Die meisten dieser Gruppen weisen kyōso (wörtlich "Lehren-Ahne") oder ähnlich genannte Gründerväter oder andere Personen auf, die die Gruppe organisierten. Manchen dieser Figuren gelang es in nur kurzer Zeit einen grossen gesellschaftlichen Einfluss auszuüben. Die Zeit von der späten Edo-Zeit bis zur Meiji Restauration im Jahre 1868 spielte eine grosse Rolle in der Entstehung des Sekten-Shintō. In Einklang mit der Religionspolitik der Meijiregierung entstand eine geordnete institutionelle Struktur, die "dreizehn Shintō-Sekten" (shintō jūsanpa) genannt. Von Beginn des frühen zwanzigsten Jahrhunderts an, entstandeine grosse Zahl Shintō-beeinflusster Neureligionen , und der Schrein-Shintō (jinja shintō) der Nachkriegszeit wird auch manchmal als eine Art des konfessionellen Shintō betrachtet.
       Dieses Kapitel beinhaltet auch Artikel zu einhundertsechsundachtzig Persönlichkeiten, die eine Rolle in der Geschichte des Shintō gespielt haben. Die meisten von ihnen sind Gründer oder ihre Nachfolger von Shintō-Schulen und Gruppierungen, Gründer oder ihre Nachfolger von Shintō-beeinflussten Gruppen oder wichtige Shintō-Priester (shinshoku) und Shintō-Gelehrte. Andere von ihnen sind Buddhisten, Konfuzianer oder Spezialisten für Yin-Yang Divination, die einen bedeutenden Einfluss auf die Shintō-Lehren hatten. Wiederum andere sind Kaiser, Mitglieder des Kaiserhauses, oder Aristokraten mit tiefen Verbindungen zum Shintō und Personen, die an der Festlegung der Regierungpolitik gegenüber dem Shintō beteiligt waren. Die Artikel enthalten Kurzbiographien dieser Persönlichkeiten, aber es wurde nicht versucht, alle wichtigen Ereignisse ihres Lebens vollständig aufzuführen. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Ereignissen, die in Bezug zum Shintō bedeutend sind. Viele der Personen, die in Beziehung zu Shintō-Gruppierungen und -Schulen standen , waren produktive Autoren,. Da viele ihrer Werke separat in Kapitel 9 behandelt werden,sollen sie hier nur in groben Zügen vorgestellt werden. Wir haben uns darauf beschränkt, nur veröffentlichte Werke zu erwähnen. Da viele Informationen im Hinblick auf die Gründer und Führer von Shintō-beeinflussten Neureligionen in den Artikeln zu diesen Gruppen enthalten sind, geben die Informationen zu den vorgenannten Personen in diesem Kapite nur verkürzt Auskunft. Wir haben uns auch bemüht, so viele Illustrationen und Photos der Persönlichkeiten wie möglich beizufügen.

— Inoue Nobutaka
"Establishment of a National Learning Institute for the Dissemination of Research on Shinto and Japanese Culture"
4-10-28 Higashi, Shibuya-ku, Tokyo, 150-8440, Japan
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Ver. 1.3