Encyclopedia of Shinto Kokugakuin University
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Einführung Kapitel 9 : Texte und Quellen
Dieses Kapitel besteht aus zwei Teilen und konzentriert sich im Wesentlichen auf textbezogene und bibliographische Informationen zu den wichtigsten Werken der Geschichte des Shintō und dem Verständnis der Gedankenwelt des Shintō. Nach einer Einleitung zum Thema "Shintō-Texte," beschäftigt sich der erste Teil mit der Bedeutung, die die sogenannten Shintō-Klassiker — sowie einige Texte einzelner Denker — für die Shintō-Tradition hatten. Es existiert eine grosse Sammlung von Studien aus den verschiedensten Perspektiven, die die Thematik Shintō und Literatur beleuchtet. Diesen Themenbereich im Detail zu erforschen, würde eine breitgefächerte Untersuchung der Entwicklungen in der Literaturgeschichte erfordern. Daher sind hier nur Werke berücksichtigt, in denen Shintō-Elemente eine tragende Rolle spielen. Dazu gehören zum Beispiel die Werke, die die Ursprünge und Geschichte von Schreinen (engi) behandeln, sowie weit verbreitete Abhandlungen über den Shintō (shintō kōshaku). Der Schwerpunkt dieses Unterkapitels liegt auf dem Altertum und dem Mittelalter.
       Der Shintō besitzt keine Sammlung von heiligen Schriften, die grundlegende Lehren enthalten, die mit dem Neuen Testament in der christlichen Tradition, dem Koran im Islam oder den buddhistischen Sutren vergleichbar wären. Aber wie die Verwendung von Begriffen wie "Shintō-Klassiker" (shintō koten) oder "heiliger Text" (shinten) zeigt, existieren verschiedene Texte, die entweder für den Shintō grundlegende Konzepte enthalten oder bedeutsam im Laufe seiner Geschichte waren. Der erzählerische Inhalt und die Struktur des Kojiki und Nihon shoki ähneln in gewissen Aspekten dem christlichen Alten Testament. Das heisst, dass sie mit einer Beschreibung der Beziehung eines Volk zu seinen Gottheiten beginnen und die Geschichte dieses Volkes anhand genealogischer Abstammung nachzeichnen. Das Format des Nihon shoki war dem chronologisch-annalenhaften Stil der chinesischen Geschichtswerke nachempfunden, diente aber wegen seines Inhalts auch als heiliger Text des Shintō. Wie im Falle des Alten Testaments und der hinduistischen vedischen Schriften beinhalten das Kojiki und Nihon shoki auch Beschreibungen traditioneller Riten. Die als norito (Liturgien) und senmyō (kaiserliche Proklamationen) bezeichneten Texte hielten die Liturgien, die bei solchen Riten rezitiert werden, fest. Die als Shintō-Klassiker betrachteten Texte haben somit auch den Charakter von Ritualtexten.
       Teil 2 - "Grundlegende Texte" - gibt Beschreibungen von einhundertsechs einzelnen Quellen. Von den Schriftstücken, die eindeutig einem bestimmten Autor zugeschrieben werden können, fällt eine beträchtliche Zahl den kokugaku-Denkern der frühen Neuzeit zu. Im Anbetracht des grossen Einflusses, den die kokugaku (Nationale Schule) auf die Theologie und Lehren des heutigen Shintō ausübt, ist dies nicht überraschend. Während des Mittlealters und der frühen Neuzeit trugen auch buddhistische Mönche und konfuzianische Denker viel zur Ausbildung shintōistischer Lehren bei und verfassten Untersuchungen zu Shintō-Texten. Dieses Unterkapitel beinhaltet daher auch Werke solcher Autoren. Chroniken, die den Ursprung und die Geschichte von Schreinen (jinja engi) beschreiben und die Aufzeichnungen von Ritualen (gishiki chō) sind zwei weitere Textbestandteile, die in diesen Teil aufgenommen sind. Obwohl diese Schrein-Chroniken nicht als Aufzeichnungen von verbürgten historischen Tatsachen betrachtet werden können, sind sie dennoch von immensem Wert als Informationsquelle über die Vorstellungen der damaligen Menschen, oder der Vorstellungen, die ihnen nahegelegt wurden. Viele der Texte, die sich mit Ritualen beschäftigen, stammen aus dem Umfeld der Ise Schreine (Ise Jingū). Daran lässt sich erkennen, wie viel Bedeutung dem Erhalt ritueller Formen in Ise beigemessen wurde.
       Intellektuelle Schriften, die mit dem Shintō verbunden sind, und Schrein-Chroniken existieren natürlich in grosser Zahl. Wir haben uns in diesem Kapitel jedoch nur auf die Werke beschränkt, die als maßgebend angesehen werden. Aus Platzgründen war es uns nur möglich, von den vielen bedeutenden Werken, die Autoren wie Motoori Norinaga und Hirata Atsutane verfasst haben, eine kleine Auswahl der repräsentativsten Schriften vorzustellen. Zusätzliche Informationen über die Werke von einzelnen Denkern können in Kapitel 8 in den Artikeln zu wichtigen Persönlichkeiten der Geschichte des Shintō gefunden werden.
       Die Schriften, die in Teil 2 behandelt werden, sind äusserst unterschiedlich und es ist schwierig, ihren Inhalt innerhalb eines kurzen Artikels gebührend zusammenzufassen. Die Artikel konzentrieren sich daher darauf, grundlegende Informationen wie etwa - soweit bekannt - den Namen des Autors, die Umstände der Entstehung des Werkes und die allgemeine Bedeutung des Werkes aufzuführen. Bei Werken, die entweder teilweise oder ganz in modernen Druckeditionen erhältlich sind, ist der Name des Bandes oder der Sammlung, in die sie aufgenommen sind, angemerkt.

— Inoue Nobutaka
"Establishment of a National Learning Institute for the Dissemination of Research on Shinto and Japanese Culture"
4-10-28 Higashi, Shibuya-ku, Tokyo, 150-8440, Japan
URL http://21coe.kokugakuin.ac.jp/
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Ver. 1.3